LGBTQIA+ diesen Begriff heben wir alle schon einmal gehört. Aber was bedeutet das eigentlich? Diese Abkürzung steht für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender, Queer, Intersexual und Asexual.“ Das Plus ist ein Platzhalter für weitere Geschlechtsidentitäten. Ob lesbisch, schwul, bisexuell, trans, intersexuell, asexuell oder jede andere sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, mit denen ihr euch identifiziert: In dieser Community ist Platz für jeden! Um die anhaltende Unterstützung für die LGBTQIA+ Community auszudrücken, wurde im Juni 1970 in New York der „Christopher Street Day“ eingeführt. Mit ihm sollte an die Stonewall-Aufstände im Jahr zuvor erinnert werden: 1969 hatten sich die Gäste einer Schwulenbar, des Stonewall Inn, während einer Razzia zum ersten Mal so massiv gegen Polizeiwillkür gewehrt, dass dies zu tagelangen Aufständen führte, bei denen Homosexuelle und deren Unterstützer gegen Unterdrückung und Diskriminierung sexueller Minderheiten protestierten. Der „Christopher Street Day“ heißt so, weil das Stonewall Inn, der Ausgangspunkt der Aufstände, in der Christopher Street im New Yorker Stadtviertel Greenwich Village zuhause war. In den 1970er Jahren war hier das Zentrum der Schwulenbewegung. 1977 fand der erste europäische „Befreiungstag der Schwulen und Lesben“ in Stockholm statt. Der erste offizielle CSD in Deutschland wurde 1979 im damaligen West-Berlin veranstaltet. Seitdem ist die Community gewachsen und erfährt immer mehr Unterstützung. Heute ist der CSD, der übrigens fast nur in deutschsprachigen Ländern Christopher Street Day genannt wird und sonst meist einfach nur "Pride" heißt, in vielen Ländern eine feste Institution und deshalb so wichtig, weil er eine unersetzbare Plattform bietet, um politische Forderungen nach Gleichberechtigung, Freiheit, Toleranz und Akzeptanz öffentlich zu machen. Die Grundforderung eines jeden CSD ist, dass jeder Mensch seine wahre Identität ausleben dürfen soll, ohne dafür diskriminiert zu werden. Über das ganze Jahr verteilt finden allein in Deutschland bis zu 140 CSD-Paraden statt – oft auch unter anderen Bezeichnungen wie „Gay Pride“, „LGBTQIA+-Events“, „CSD-Demonstrationen“ oder als „Pride-Event.“ Um mehr Aufmerksamkeit darauf zu lenken und in Gedenken an die Aufstände im Juni 1969, gilt der Juni als „Pride-Month.“ Die Veranstaltungen werden ehrenamtlich organisiert und zeichnen sich durch bunte Vielfalt aus: Kostüme, Musik, Parade-Wagen, leuchtende Farben, vielfältiges Programm und aufklärende Reden. Traditionell wird dabei die Regenbogenfahne gehisst – sie enthält alle Farben des Regenbogens: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett und steht mit ihren bunten Farben für die Vielfalt aller Liebes- und Lebensformen. Wusstet ihr, dass bei der Regenbogenfahne rot oben steht und die Friedensfahne violett beginnt? Ob als Teil der Community, oder als Ally, die CSDs in Deutschland sind immer einen Besuch wert. Die größten und bekanntesten CSD-Paraden in Deutschland stellen wir im folgenden Teil vor.